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Der TinniSynth - die Praxis




Wählen Sie zunächst einen Klang aus der Liste ganz oben aus. Wenn es noch nicht eingestellt ist, wählen Sie "Strings" aus (Streicher). Klicken Sie dann den "Start" Button, um den Synth zu aktivieren; ein erneuter Klick stoppt die Tonerzeugung wieder.

Lassen Sie sich nicht durch die Namen der Klänge irritieren. Es muss nicht notwendigerweise so klingen, wie das "echte" Instrument, denn der TinniSynth verwendet nur ganz bestimmte Spektral-Informationen der angebotenen Klänge, um verschiedene Variationen der Synthese anzubieten. Testen Sie auch einfach verschiedene Klänge, um zu sehen und zu hören, welche Ihnen am Besten gefallen oder noch besser, welche die beste Wirkung zeigen. Bitte bedenken Sie bei allen Funktionen, dass Verbesserungen oft nur nach Anwendung über einige Zeit möglich sind, haben Sie also Geduld.

Der "Volume" Regler bestimmt wieder die Lautstärke. Jeder in der Liste wählbare Klang hat eigene Einstellungen der verschiedenen Regler, d.h. wenn Sie einen anderen Klang anwählen, können sich einige Regler ändern. Stellen Sie z.B. die Lautstärke bei "Trumpet" ein, wählen dann einen anderen Klang und kommen zurück zu "Trumpet", so hat sich das Programm die "Volume" Einstellung gemerkt und stellt sie wieder her ("Presets", oder zu deutsch "gespeicherte Einstellungen").

Rechts neben dem "Volume" Steller befindet sich der "Boost" Regler. "Boost" heisst soviel wie "verstärken", und mit diesem Regler können Sie die Obertöne (Spektral-Komponenten oder "partials") um die Tinnitus-Frequenz herum für jeden Klang getrennt anheben. Das erscheint im ersten Moment widersinnig, weil wir ja die Tinnitus-Frequenz(en) eigentlich vermindern wollen! Da es sich aber gezeigt hat, dass der Tinnitus u.U. gemildert werden kann, in dem im Gehirn die benachbarten Frequenzen angeregt werden, kann man hier eine Hervorhebung dieser Wirkung erzielen. Übrigens haben wir die interessante Vermutung, dass dies mit dem ebenfalls beobachteten Phänomen, dass Anregung benachbarter Neuronen (Gehirnzellen) ebenfalls zu einer von manchen Patienten wahrgenommenen Verminderung des Leidens zu tun haben könnte.

Also auch hier gilt: spielen Sie etwas damit herum. Am Anfang empfiehlt es sich, sich die Einstellungen des Reglers zu merken, den man ausprobieren will, und ihn nach Testen erst einmal wieder in die Ausgangs-Position zurück zu setzen, bis man ein besseres Gefühl für die Wirkung bekommt.

Der "Transpose" Regler ("Transponieren", also das Verschieben von Tonhöhen) bestimmt die Basis-Tonhöhe der erzeugten Töne. Nach links gedreht werden tiefere Töne erzeugt, nach rechts höhere. Tiefere Töne klingen angenehmer, erzeugen aber eventuell weniger Obertöne im Bereich der Tinnitus-Frequenz. Da ja die Tinnitus-Frequenz eher im höheren Bereich liegt, ergeben sich eher stärkere Obertöne dieses Bereichs, wenn die Grund-Tonhöhe höher liegt (also wenn der "Transpose" Regler weiter nach rechts gedreht wird). Das kommt daher, dass die Obertöne z.B. eines traditionellen akustischen Instrumentes wie einer Geige in der Intensität nachlassen, je höher sie sind; also der Grundton (der ja auch der tiefste ist) ist in der Regel der lauteste, weitere Obertöne nehmen in der Intensität nach oben mehr oder weniger ab. Stellen Sie also Transpose so ein, dass der Verdeckungseffekt durch den Tinnitus-Filter optimal greift.

Der "Tempo" Regler bestimmt, wie schnell neue Töne produziert werden und wie lang diese sind (schnelleres Tempo erzeugt auch kürzere Töne). Suchen Sie sich einfach ein Tempo, dass Ihnen am Besten gefällt und das ggfs. den besten Effekt erzielt.

Hier endet unsere Exkursion zur Erforschung des TinniSynth. Wie schon mehrfach erwähnt regen wir dazu an, dass Sie mit den Einstellungen herumspielen und versuchen, das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Nehmen Sie sich Zeit; versuchen Sie verschiedene Musikstücke und natürlich TinniSynth Klänge mit verschiedenen Einstellungen auch des Filters (Width, Slope) und hören Sie das Ereignis für eine nicht zu kurze Zeitspanne, um einen tiefen und hoffentlich nachhaltigen Effekt zu erzielen. Wenn Sie besonders wirkungsvolle Einstellungen finden, lassen Sie uns diese auch sehr gerne wissen: Sie helfen damit eventuell anderen betroffenen Patienten!

Das TinniSynth Team wünscht Ihnen viel Erfolg und hoffentlich eine Minderung Ihres Leidens.


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